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„Mobbing im Internet kann tödlich sein“ - „Juristische Schlupflöcher europaweit schließen

Viele junge Menschen in Europa leiden aufgrund von ‚Cybermobbing‘ an psychologischen Problemen, die leider immer noch unterschätzt werden. Drohungen, Beleidigungen, verleumderische Informationen erreichen die Opfer über das Handy und das Tag und Nacht. Fast die Hälfte der Jugendlichen in der Europäischen Union fallen dieser Form des Mobbings zum Opfer. Online-Gewalt treibt junge Menschen - die eigentlich hoffnungsvoll in die Zukunft blicken und sich glücklich fühlen sollten – in Verzweiflung und im schlimmsten Fall in den Selbstmord. Das muss die Politik ernst nehmen und auch konsequent gegen dieses Mobbing im Internet vorgehen“, erklärt der ostbelgische EU-Abgeordnete Pascal Arimont (CSP-EVP). Er unterstützt eine Initiative der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, durch die Cybermobbing überall in Europa mit strengen Strafen belegt werden soll und Opfer besser geschützt werden.


„In dieser Woche hat Jackie Fox, die Mutter einer Betroffenen aus Irland, sehr eindringlich und berührend im EU-Parlament dargelegt, was Cybermobbing für junge Menschen bedeutet. Ihre Tochter Nicole ‚Coco‘ Fox beendete 2018 ihr Leben durch Selbstmord, nachdem sie drei Jahre lang online unerbittlich schikaniert worden war. Nach ihrem Tod startete ihre Mutter eine landesweite Kampagne für die Verabschiedung eines neuen Gesetzes gegen Cybermobbing. Das führte dazu, dass in Irland 2021 ein eigenes Gesetz verabschiedet wurde. Dieses Gesetz ergänzte die bestehenden irischen Gesetze und schaffte neue Straftatbestände, die sich direkt auf das beziehen, was Jugendliche erleben. Wir sind überzeugt, dass wir solche gesetzlichen Vorgaben überall in Europa brauchen“, so Arimont.


Auch andere EU-Länder sind aktiv geworden. 2017 verabschiedete das italienische Parlament ein Gesetz gegen Cybermobbing, und im vergangenen Jahr stellte das französische Parlament Mobbing in Schulen und Universitäten, einschließlich Cybermobbing, unter Strafe. „Isolierte europäische Antworten reichen aber nicht aus. Wenn wir nicht in allen EU-Mitgliedstaaten gegen Online-Mobbing vorgehen, wird unsere Antwort angesichts des Ausmaßes des Phänomens und der Macht, die es besitzt, unzureichend sein. Zwar gibt es in vielen Ländern – auch in Belgien – gesetzliche Vorgaben in Bezug auf Mobbing und Belästigungen. Ein europäischer, harmonisierter Rechtsrahmen muss aber für mehr Klarheit auf diesem Gebiet sorgen. Deshalb setzen wir uns als Fraktion für eine gesetzliche europäische Initiative gegen das Cybermobbing ein. Das würde auch die großen sozialen Netzwerke und Messenger-Dienste viel stärker in die Verantwortung nehmen“, unterstreicht der ostbelgische EU-Abgeordnete, der im Justizausschuss des EU-Parlaments tagt.


„Das Internet bietet viele Chancen, allerdings gibt es – insbesondere für Kinder – dort auch viele Gefahren, insbesondere, was die Nutzung der sozialen Medien angeht. Hier muss unser Bewusstsein unbedingt wachsen. Beiträge aus der Welt der Schule wie die der Autorin Silke Müller in ihrem Buch ‚Wir verlieren unsere Kinder‘ führen uns vor Augen, mit welchem verstörenden Material unsere Kinder mittlerweile online konfrontiert werden. Damit müssen wir uns ernsthaft auseinandersetzen - als Eltern, als Gesellschaft und als Schule“, so Arimont.


Ebenfalls aufgreifen werden das Phänomen die Abgeordneten Steffi Pauels und Colin Kraft, die sich im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft für eine stärkere Sensibilisierung einsetzen möchten: „Die Folgen von Cybermobbing können äußerst besorgniserregend sein. Jederzeit und von jedem Ort aus können Jugendliche und Kinder dieser Art des Mobbings ausgesetzt sein, ohne dass es sichere ‚vier Wände‘ vor Angriffen gibt. Daher ist es wichtig, dieses Thema auch in ostbelgischen Schulen zu besprechen. Dazu braucht es aber eine ganzheitliche Herangehensweise und eine enge Zusammenarbeit zwischen Schülern, Lehrern und Eltern“.


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